Netzwerk-Speichergeräte sind keine Erfindung der Entertainment Industrie. Vielmehr kommen sie aus dem Serverbereich in großen Rechenzentren und haben somit schon eine lange Vorgeschichte. Viele Varianten von NAS Systemen haben sich im laufe der Zeit entwickelt, einige auch in Anlehnung an die vergleichbare Technologie SAN (Storage Area Network). Dabei handelt es sich um ein Netzwerk das ausschließlich dem Zugriff auf vorhandene Speicher dient. Bei SAN-Netzen wird ein Blockorientiertes Zugriffsverfahren verwendet. Auf normale Festplatten wurde stattdessen bisher immer Dateiorientiert zugegriffen.
In einigen zurzeit erhältlichen NAS Geräten verbirgt sich eine ähnliche Technik wie in den angesprochenen SAN-Systemen. Mit Hilfe der Protokolle iSCSI und AoE (ATA over Ethernet) wird ebenfalls blockorientiert auf Daten und Speicher zugegriffen.
Ein NAS Gerät kann aber mehr als nur Speicher zur Verfügung stellen. Was in den Großrechenräumen noch auf dem Server abgewickelt wurde, verwaltet die NAS Software inzwischen selber. Das heißt Benutzerverwaltung inklusive Passwortverwahrung sowie Gruppenrichtlinien werden gespeichert und verwaltet.
Für den externen Zugriff auf die verwalteten Daten verstehen NAS-Geräte die Protokolle SMB (oder auch CIFS), NFS und/ oder AFP. Eine genaue Erläuterung der Abkürzungen findest du in der Begriffserklärung.
Es ist somit möglich bestimmte Ordner oder Dateien für einige Netzwerkteilnehmer zu sperren oder freizugeben. Dies ermöglicht vielfältige Einsatzmöglichkeiten in Bereichen wo nicht jeder einen kompletten Zugriff auf alle Daten haben darf, zum Beispiel in einem kleinen Büro oder in einer WG.
März 3rd, 2006
Network Attached Storage ist zurzeit der Trendbegriff in der Computerbranche überhaupt. Obwohl es die Technik schon lange in Rechenzentren gibt ist sie nun bis in den Small- und Homeoffice- Bereich vorgedrungen. Aber was rechtfertigt die Anschaffung eines NAS Gerätes wo doch externe Festplatten zu Spotpreisen verkauft werden?
Externe Festplatten waren in den letzten Monaten die Verkaufsrenner überhaupt. Kein Wunder, denn der Preis pro Gigabyte liegt bei unter 60 Cent und ist damit günstiger als je zuvor. Allerdings haben diese Geräte erhebliche Nachteile in der Praxis. Der häufigste Verwendungszweck ist das Archivieren und Transportieren von größeren Datenmengen. Die meisten nehmen Ihr externes Laufwerk mit auf LAN, ins Büro oder nutzen es an mehren privaten Rechnern. Bei letzteren muss die eher unhandliche Festplatte von Rechner zu Rechner transportiert werden und unterliegt womöglich Dateisysteminkompatibilitäten der verschiedenen Computersysteme. Zu dem sind die meisten Geräte relativ laut, lassen sich aber auf Grund ihres kurzen USB-Kabels nicht entfernt vom Rechner aufstellen.
Die Lösung für diese Probleme und Unannehmlichkeiten ist ein externes Festplattengehäuse mit Netzwerkanschluss, kurz NAS (Network-Attached-Storage). Dabei werden die Daten sowie Zugriffsrechte von einem in das NAS-System integrierten Server verwaltet. Einige Systeme bieten sogar schon Multimedia-Möglichkeiten wie zum Beispiel Video-Streaming per UpnP.
Weitere Vorteile von NAS Geräten sind die Unabhängigkeit von Rechnern und bestimmten Betriebssystemen (Dateisystemen) sowie die auf lange Betriebszeiten optimierten Festplatten. Normale Desktopfestplatten sind in der Regel nicht für den Dauereinsatz geeignet und können dadurch schneller einen Defekt erleiden. Da die Geräte auch ohne angeschaltetem Rechner funktionieren wir bei Dauereinsatz sogar noch erheblich Strom gespart.
NAS Systeme für den SOHO-Bereich gibt es in verschiedenen Varianten. Einmal komplett vorkonfigurierte System, die man sofort betreiben kann, des Weiteren gibt es NAS-Gehäuse die noch mit einer geeigneten Festplatte bestückt werden müssen. Zum Schluss, und nur für Profis, gibt es noch die Möglichkeit sich ein NAS Gerät selber zu basteln, einen passenden Server zu erstellen (mit Linux compilieren) und das Gerät individuell zu konfigurieren.
Im Handel gibt es NAS-Geräte mit einer Festplatten oder mehreren Festplatten in den verschiedenen RAID-Varianten. Die Terra-Station von Buffalo
mit einem Terrabyte Fassungsvermögen gibt es beispielsweise in einer Variante mit vier Festplatten im RAID5 Verbund. Im Gegensatz zu normalen externen Festplatten liegt der Gigabytepreis bei NAS-Geräten allerdings noch über einem Euro.
Links zum Artikel:
- NAS Geräte bei Amazon.de
- Festplatten Grundlagen: RAID
Februar 24th, 2006